Vor mehr als einem Jahr haben wir das Projekt o[s]tklick gestartet, seither ist viel passiert: In Medien und Online-Netzwerken hat sich eine starke, kontroverse und vielseitige Debatte um russlanddeutsche Themen entwickelt. Wir freuen uns, dass wir mit unserem Projekt ein Teil davon sein dürfen.

Wir haben unsere Arbeit mitten in einer Pandemie angefangen – es wird Zeit, sich endlich mal persönlich zu treffen! Daher möchten wir euch herzlich zu unserem kleinen, aber feinen Netzwerktreffen einladen.

Gemeinsam mit euch wollen wir offene Fragen diskutieren und in die Zukunft schauen: Wo steht die Debatte um und in der russlanddeutschen Community? Was wurde bisher erreicht? Wie können wir demokratische Positionen, ein vielfältiges Bild der russlanddeutschen Community und historisches Wissen kritisch ins Netz tragen? Wie können wir alle Generationen mitnehmen? Wie können wir das Ganze auch intersektional denken? Dafür haben wir ein Workshop-Programm mit tollen Referentinnen für euch zusammengestellt.

Es wird die Möglichkeit geben, Flyer auszulegen, falls ihr euer Projekt o.ä. vorstellen möchtet.

Wir freuen uns auf euer Kommen!

Programm

15:30-16:00 Uhr: Ankommen & Kaffee

16:00-16:20 Uhr: Begrüßung & kurzer Rückblick auf das Projekt o[s]tklick – demokratisch antworten

16:20-17:00 Uhr: Input von Angelika Kim: Antirassistische Bildungsarbeit einer BIPoC Post-Ostie und der Wert von Repräsentation im Netz

In ihrem Input geht Angelika auf die für Manche rätselhaften Begriffe wie „Sinnfluencer“, „BIPoC“ und „Post-Ost“ ein. Sie erklärt den Zweck ihrer antirassistischen Bildungsarbeit auf Plattformen wie TikTok & Instagram und zeigt auf, warum es sich lohnt bestimmte neu geprägten Selbstbezeichnungen zu lernen und zu respektieren.

17:00 – 17:15 Uhr: Pause

17:15-18:45 Uhr: 2 parallele Workshops

Workshop 1 mit Ira Peter: Vermittlung russlanddeutscher Erinnerungskultur im
Digitalen

Anhand von Beispielen aus ihrer Arbeit als Soial Media Aktivistin zeigt Ira Peter, wie mit Hilfe von Social Media, Podcasting und Journalismus Themen rund um russlanddeutsche Erinnerungskultur so vermittelt werden können, dass sie Menschen innerhalb und außerhalb der „Community“ erreichen und berühren. Sie zeigt auf, wie Kommunikation generell wirkungsvoll sein kann und wie Kommunikateur:innen Herausforderungen speziell beim Vermitteln russlanddeutscher Themen erfolreich meistern. Am Ende des Workshops sollen Tipps für die Praxis sowie Strategien für künftige öffentlichkeitswirksame Kommunikation rund um russlanddeutsche Themen feststehen. 

Workshop 2 mit Katharina Martin-Virolainen: Generationenaustausch im Digitalen: Zusammenspiel oder Zusammenprall?

Soziale Medien bieten eine gute Plattform, um aktuelle und/oder geschichtliche Themen generationenübergreifend auszudiskutieren zu können. Doch immer öfter kommt es im Digitalen zu Generationenkonflikten, da die Ansichten und Einstellungen zu bestimmten Sachverhalten zu sehr auseinander klaffen. Generationenkonflikte sind jedoch weder eine Erscheinung unserer Zeit noch ein Phänomen des Internets: Sie sind so alt wie die Welt. Worin liegen die Ursachen der heutigen medialen Generationenkonflikte, woraus bestehen diese, wie kann man diesen entgegensteuern oder diese lösen – wenn überhaupt? Bieten die (russischsprachigen) sozialen Medien zudem eine Chance zum gesunden Austausch zwischen den Generationen, oder stellen sie eher eine Falle dar?

18:45-19:15 Uhr: Abschlussrunde

19:15-21:00 Uhr: Abendessen & Austausch

Wann & Wo?

Café ostPost
Richard-Sorge-Straße 25
10249 Berlin

Donnerstag, 24. März 2022

15:30-21:00 Uhr

Anmeldung

Die Anmeldung ist per E-Mail an ostklick@libmod.de möglich. Bitte gibt auch an, an welchem der beiden Workshops ihr teilnehmen möchtet, damit wir besser planen können.

Falls ihr euch anmeldet, aber doch nicht teilnehmen könnt, sagt bitte rechtzeitig ab, damit wir die Plätze anderen Menschen anbieten können.

Das Café ostPost liegt im Erdgeschoss, ist aber leider nicht barrierefrei. Lasst uns wissen, falls ihr Unterstützung benötigt.

Die Veranstaltung findet unter der 2G+ Regelung statt: Bitte bringt einen Nachweis über eure Impfung/Genesung und zusätzlich einen tagesaktuellen Schnelltest mit!

Die Referentinnen:

Angelika Kim

Angelika Kim (sie/ihr) ist Sozialwissenschaftlerin, Anti-Rassismus-Aktivistin und Speakerin. Sie wurde in der kasachischen UdSSR geboren, wuchs in Russland und in Ostdeutschland auf. Als Nachkommin von deutschen und koreanischen Zwangsumgesiedelten bezeichnet sie sich selbst als "Kind stalinistischer Repressionen". In ihrer Arbeit setzt sich Angelika mit der eigenen Intersektionalität auseinander als ostdeutsche asiatisch gelesene russischsprachige Person of Global Majority. (Foto: Helena Melikov)

Foto: Edwin Bill

Ira Peter

Ira Peter wurde in der Sowjetrepublik Kasachstan geboren und lebt seit 1992 in Deutschland. Sie studierte Literaturwissenschaften sowie Psychologie und arbeitet heute als freie Marketingberaterin. Seit 2017 setzt sie sich als Autorin und Podcasterin öffentlich mit russlanddeutschen Themen auseinander. (Foto: Edwin Bill)

Katharina Martin-Virolainen

Katharina Martin-Virolainen studierte Sprach-, Kultur- und Translationswissenschaften an der FTSK Germersheim und ist heute als Redakteurin, Autorin und Projektleiterin tätig. Seit vielen Jahren organisiert und gestaltet sie Projekte in den Bereichen Geschichte, Kultur und Literatur der Russlanddeutschen, und wirkt als Referentin bei Workshops zu Bildungs-, Theater- sowie Förderung der kreativen Kinder- und Jugendarbeit mit. Ihr Schwerpunkt liegt dabei in den generations- und kulturspartenübergreifenden Maßnahmen. (Foto: Ksenia Soldatenko)