„Ja, ich habe Opa gesagt, dass du ein п*дорас bist. Ich kenne kein anderes Wort für schwul.“, ist ein Satz der Nicky am meisten geprägt hat. Dies zeigte, wie die älteren Generationen nicht mal über queere Menschen ohne Fluchwörter reden können, weil ihnen die Wörter nicht beigebracht wurden. „Ich bin hier geboren, zeige meinen Eltern jedoch, wie man über diese Thematiken redet. Ich weiß, dass es für sie damals kein Thema war, und heute kennen sie nur die englischen Wörter wie „gay“, aber queere Identitäten wurden aus dem Sprachraum meiner Familie gelöscht.“




In deren erster Soloausstellung „Anpassung und Verleugnung“ bricht Nicky Stereotype queerer wie auch Russlanddeutscher Menschen und setzt sie in neue Kontexte. Dabei wird nicht nur auf deren persönliche Familiengeschichte eingegangen, sondern auch auf die Stereotype, die in deren Freundesgruppen gemeinsam herausgestellt wurden. Nicky verarbeitet deren Erkenntnisse in vielen verschiedenen Stilen und Kunstformen wie z.B. in der Malerei, Fotografie, Rauminstallationen, Videokunst und lyrischen Texten.




Nicky beantwortet in deren Ausstellung die Fragen:
- Wie queer war der russischsprachige Raum Anfang der 2000er?
- Was bestimmt das Leben einer Person mit Migrationshintergrund zweiter Generation?
- Wie ist es, zwischen „zwei Welten“ zu leben?
- Was hat Migration aus dem Osten mit dem Westen zu tun?
- Kann dein Zuhause ein Ort sein, an dem du nie warst? – Wie kann man Queer Studies und Post-Ost Forschung gemeinsam verbinden?
„Anpassung und Verleugnung“
Vom 17.10. bis 26.10.2025 findet im Raum für Kunst in Paderborn Nickys erste Soloausstellung statt. Die Vernissage ist am 17.10. um 18 Uhr: Verschiedene Sprecher*innen berichten über ihre Erlebnisse als Post-Ost-Migrant*innen und ihren Verbindungen zu ihrem queeren Leben.
Bei der Finissage am 26.10. um 15 Uhr lädt Nicky zu einem Künstler-Talk ein. Dabei wird Nicky auf den Arbeitsprozess einzelner Werke sowie verschiedene, eigene Forschungsstandpunkte eingehen.
Über Nicky Kippes
Nicky Kippes studiert zurzeit an der Universität Paderborn im Zweifach-Bachelor in den Fächern Kunst & Kunstvermittlung und Geschichte. Deren Forschungsschwerpunkt und Kunstfokus liegt dabei auf identitätsbildende Faktoren queerer Menschen im postsowjetischen Kontext.
Fotocredits: Nicky Kippes
Foto & Makeup 1. und 4. Bild im ersten Slider oben: Olga Kizmann





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