Eine der größten Gruppen zugewanderter Menschen in Deutschland stammt aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion. Obwohl die Gründe für ihre Zuwanderung vielfältig sind, ähneln sich die kollektiven Erinnerungen vieler Familien. Während der NS-Zeit wurden ihre Eltern und Großeltern unter Stalin aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit pauschal der Zusammenarbeit mit der deutschen Wehrmacht verdächtigt und nach Zentralasien sowie Sibirien deportiert. Unter den insgesamt 2,2 Millionen zwischen 1941 und 1944 verschleppten Sowjetbürger:innen befanden sich neben Sowjetdeutschen auch Griech:innen, Karatschaier:innen, Tschetschen:innen, Ingusch:innen, Meschet:innen, Kurd:innen, Krimtatar:innen, Armenier:innen und weitere ethnische Gruppen.
Besonders stark betroffen waren die rund 1,2 Millionen Sowjetdeutschen, von denen etwa 80 Prozent bereits 1941 zwangsumgesiedelt wurden. Im Jahr 1944 folgte die Deportation nahezu der gesamten tschetschenischen und inguschischen Bevölkerung – rund 387.000 beziehungsweise 91.000 Menschen – sowie weiterer Ethnien aus dem Kaukasus- und Schwarzmeerraum. In Zentralasien trafen sie auf die bereits zuvor deportierten Deutschen und andere verbannte Bevölkerungsgruppen.
Die traumatischen Erfahrungen von Deportation, Zwangsarbeit und der Stigmatisierung als „Volksfeinde“ wurden aus Angst vor erneuter Verfolgung lange verschwiegen. Dennoch wirkten die erlittenen Verletzungen und Ängste über Generationen hinweg nach. Die Aufarbeitung dieses Kapitels der sowjetischen Geschichte ist noch immer unvollständig. Zugleich sind diese Geschichten in Deutschland bis heute wenig bekannt, obwohl sie einen bedeutenden Teil der heutigen Bevölkerung Deutschlands betreffen. Doch welche Geschichten stecken hinter diesen Erfahrungen (und wie können sie Teil einer vielfältigen Erinnerungskultur werden)?
In unserem Gespräch wollen wir uns das gemeinsame Erinnerungsmotiv der Russlanddeutschen und Tschetschen:innen anschauen. Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede gibt es, beispielsweise in ihren Geschichten, ihrem Umgang mit dem Erlebten und in ihrer Ankunft nach Deutschland? Wie reden sie heute über das Erlebte?







Das beleuchten wir in unserem Gespräch näher. Dazu haben wir eingeladen:
Marit Cremer
Edwin Warkentin
moderiert von Bettina Kaibach
Freitag, 17. Juli 2026, 19:00
HeidelBERG-Café, Forum 1, 69126 Heidelberg
Der Eintritt ist frei. Wir freuen uns auf euch!
Die Veranstaltung ist Teil einer fünfteiligen Veranstaltungsreihe, die dank der Förderung durch Bundeszentrale für politische Bildung in diesem Sommer stattfinden kann. Wir bedanken uns sehr herzlich bei der bpb für die Unterstützung und freuen uns, wenn wir euch bei einer unserer Veranstaltungen begrüßen dürfen!
Vielen lieben Dank auch an Soner Aktas für das Design!
Neben dem Gespräch erwartet euch außerdem eine Ausstellung von Juliane Lipp:
„Von – Bis“
Ausstellung zu russlanddeutscher Geschichte
Russlanddeutsche Geschichten sind von vielen historischen Ereignissen geprägt. Nicht alle teilen die gleichen
Erfahrungen – es gibt jedoch viele, die sich überschneiden und so festhalten lassen. Welche gemeinsamen Momente können also identifiziert werden? Wie lässt sich ein grober Überblick über die wichtigsten Ereignisse darstellen? All das sind Fragen, über die Juliane Lipp beim Gestalten einer historischen Übersicht nachgedacht hat. Die von ihr für ihr Magazin „Jolki-Palki!“ angefertigte Übersicht kann bei der Veranstaltung als Ausstellung betrachtet werden.
Die Veranstaltung ist eine Kooperationsveranstaltung von o[s]tklick und:
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